| Alt-Moabit 72 | Mo-Fr | 10 - 19 Uhr |
| 10555 Berlin | Do | 10 - 20 Uhr |
| 030 - 399 02 116 | Sa | 10 - 16 Uhr |

Transparenz, endlich
Immer wieder werden wir velophilen von gewissen Freunden, selbst von Verwandten und einigen unserer lieben Kunden für Habenichtse gehalten, denen im Leben alles daneben ging und deshalb nichts anderes übrig blieb, als Fahrräder zu verkaufen. Unser schwieriges Elternhaus wird dabei strafmildernd berücksichtigt, sonst käme man nicht mal „zu Besuch“, beträte also unseren Laden gar nicht erst. Das zeugt von Ahnungslosigkeit. Unser schlechtes Gewissen zwingt uns nun dazu, endlich mit der Wahrheit herauszurücken und für Transparenz zu sorgen.
Reiche (!), väterliche Freunde (!!) aus unserer Schulzeit (!!!) halten uns aus, bezahlen uns unsere Luxusurlaube und 1. Klasse Upgrades. Die Berliner Volksbank hat uns einen unbefristeten, zinslosen Kredit zur Verfügung gestellt, damit wir endlich aus unseren elenden Hütten in einen prächtigen Palast ziehen konnten. Die neue Ladeneinrichtung hat sie uns selbstverständlich kostenlos überlassen - ein kleines Dankeschön für ein paar Insiderinformationen aus der Fahrradbranche. Unser sozialer Aufstieg findet längst statt, aber keiner berichtet darüber.
Warum betreiben wir dann ein Fahrradgeschäft? Zu allererst ist es ein Mittel gegen Langeweile, denn den ganzen Tag mit unseren reichen (!) väterlichen Freunden (!!), die wir seit der Schulzeit (!!!) kennen rumzuhängen, ist ganz schön öde. Wir betreiben unseren Laden auch wegen der sozialen Kontakte zu unseren Kunden. Das gibt uns das Gefühl der Bodenhaftung, die Anderen in so einer Lage längst abhanden gekommen ist.
Das musste mal gesagt werden!
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